Knappenmann 2011 – 1,9 km – 90 km – 21 km

Nachdem ich kurzfristig noch einen Startplatz für den Knappenmann bekommen hatte stand am vergangenen Wochenende dann doch noch die erste Mitteldistanz im Triathlon für mich dieses Jahr auf dem Programm. Einen Tag eher angereist machten wir es uns in einer Unterkunft gemütlich.

Am Wettkampftag ging es dann pünktlich 6:45 aus dem Bett. Nachdem die Startunterlagen abgeholt waren, das Rad in der Wechselzone verstaut war ging es auch schon fast los. Leider hat sich das Wasser im Vergleich zum Vortag sehr abgekühlt so das KEIN Neo Verbot war …  Das bedeutete für mich: “Das erste mal im Neo schwimmen!”

Dann Punkt 9 Uhr ging es los. Das gut 150 Mann starke Starterfeld machte sich auf die erste Distanz zu überwinden. Ich startete am Rande des getümmels und probierte den Neo aus. Die Meter bis zur ersten Boje waren endlos lang. Mit jedem Meter wurde es wärmer in der Zwangsjacke und ich sehnte mich nach der Wechselzone. Nachdem die erste Schwimmrunde absolviert war ging es kurz zum Landgang und gleich wider ins “kühle” Nass. Beim nächsten Landgang war das schwimmen erledigt und es kam zum schwierigen Teil.

Die Geschichte des Neo-Auszugs

Ab aus dem Wasser und den Strick runterziehen. Blöd nur wenn er bei der Hälfte klemmt und nicht weiter zu ziehen geht. Hilflos umherirrend sah ich Ralf: “Eh mach mal den Neo auf, der klemmt!”.
Ralf: “Ne das kann ich nicht da wird du disqualifiziert!”.. Franco: ” Okay…”…
Strick wider hoch gezogen und nochmals runter. Nix tut sich! Mist Scheisse! .. Irgendwie hab ich das Teil dann mit halbgeschlossenem Verschluss  doch noch vom Körper bekommen. Nach einiger Zeit in der Wechselzone hab ich es dann doch noch aufs Rad geschafft und fuhr die ersten Meter.

 

Die Strecke lies sich gut fahren und so konnte ich viele Positionen gut machen. Aus Respekt vor dem noch anstehenden Halbmarathon fuhr ich mein Tempo gleichmäßig und dosiert durch. Nachdem die 90 km Rad erledigt waren sollte der brutalste Teil des Triathlons folgen. Unter den Top 10 in der Wechselzone angekommen zog ich meine vergammelten Laufschuhe an und begab mich auf die Laufstrecke.

Ich lief locker los und sah leider weder vor noch hinter mir Läufer. Auch sonst flog maximal ein Vöglein vorbei und zwitscherte: “Noch 21 km Franco, das schaffst du nie!”. Die Moral war am Boden und der Weg noch lang. Nachdem die ersten Verpflegungsstellen durchlaufen waren und mein Standardspruch: “Schwamm und Cola” wie Butter von den Lippen flossen war die erste Runde geschafft. Es lief gut und so erhöhte ich das Tempo zur ersten Runde. Ohne Uhr war mein einziger Motivator Christian der in Schlagdistanz irgendwo vor mir lief. An den Wenden kam ich langsam näher und so holte ich gegen Anfang der letzten Runde alles aus mir raus. Nach ca. 17 km konnte ich Christian einholen und lief auf der letzten Rille. Erste beginnende Krämpfe im linken Oberschenkel kündigten sich an. In der letzten halben Runde verlor ich dann noch 2 Positionen und kam überglücklich nach 2:25 h als 15. (4. AK) ins Ziel.

Eine Super Veranstaltung und ich freue mich auf nächstes Jahr )

Jetzt gilt es über den Winter die alte Radform aufzubauen, Neo An-/Ausziehen üben und Laufen Laufen Laufen. Mit einer ordentlichen Schwimmtechnik sollte dann auch die Schwimmzeit ordentlich verbessert werden. In allen Bereichen ist noch Luft nach vorn )

Triathlon in Moritzburg 2010 – Rekordzeit

Vor gut 2 Wochen erhielt ich einen „Hilferuf“ der Triathlonstaffel des OSSV Kamenz. Michael Nuck musste den Radfahrpart wegen Rückenproblemen absagen. Also überlegte ich nicht lange und nahm die Herausforderung an.

 

Ein paar Tage später kamen mir erste Zweifel ob man die 180 km in einer adäquaten Zeit absolvieren kann.
Je näher der Wettkampftag rückte um so mehr hatte ich die Hosen voll. Wenigstens schien mein neues Zeitfahrrad bis zum Tag X fahrtüchtig zu sein. Das benötigte 42er Blatt um den zu großen Schaltschritt vom 56er auszugleichen hat es allerdings nicht mehr in meine Hände geschafft.
So machte ich mich nach 2 Probefahrten, der Bergübersetzung von 56/19, und „super“ vorbereitet am Freitag auf nach Moritzburg. Nachdem ich schon mal 33,33% unserer 3 – Mann Staffel kennenlernte sammelte ich erste Informationen zum Event.
Die Nummern wurden an Rad und Helm verklebt und das Rad in die Wechselzone verfrachtet. Mit den Worten: „Ich dürfte nicht mehr Duschen“, dann noch die Wade mit Nummer 110 beschmiert. Nicht zu vergessen der Helmtest wobei meine Frisur ruiniert wurde.  Aber genug der vielen Worte! Noch einmal schlafen stand auf dem Programm und dann sollte am frühen morgen um 7:55 der Start erfolgen. Das bedeutete ein sehr frühes Aufstehen
Auf ging es am Samstag mit weiblicher Begleitung nach Moritzburg. Zeitfahranzug übergeworfen, das Rad gecheckt und die Beine geölt stand ich pünktlich 7:45 im „Wechselgarten“. Klaus, unser Schwimmer, war der schnellste Mann im Wasser und Übergab mir um kurz vor 8 den Staffelstab in Form des Transponders. Das Abenteuer ins Ungewisse nahm seinen Lauf.
Nach dem 50 Meter Sprint mit Radschuhen schnappte ich mir Helm und Rad und sprintete in Richtung Radstrecke. Endlich auf dem Sattel angekommen begann der Spaß. Hinter dem Audi TT Roadster führte ich als erster das Rennen an. Jetzt galt es bis Bärwalde zu fahren. Dort ging es dann auf die 27,5 km Runde die 6-mal zu absolvieren war. Es gab je zwei Verpflegungen je Runde wobei ich dann ab Runde 2 immer die 1. Ansteuerte.
Die ersten zwei Runden liefen gut und es stand ein 42,5er Schnitt  auf dem Tacho. Die „Berge“ konnte oder musste ich in meiner gewohnten Elefanten-tret-kurbel-technik bewältigen.
Noch immer in führender Position überholte ich Fahrer für Fahrer was zusätzlich motivierte. In der 4. Runde dann ein moralischer Niederschlag. Meine linke Hüfte fing an zu schmerzen und der rechte Oberschenkel meldete sich und versuchte zu Krampfen. Ich nahm etwas Tempo raus und  hoffte auf „Wunderheilung“. Die letzten beiden Runden liefen dann wieder ordentlich und auch die Hüfte spielte wieder mit. Auf den letzten 15 km versuchte ich noch einmal die letzten Körner aus mir rauszuholen.
Richtung Ziel fuhr dann der Audi TT vor mir und hupte mir Richtung Ziel den Weg frei. Am Ziel angekommen stieg ich irgendwie vom Rad. Die Beine fühlten sich wie Pudding an. Ich hörte nur Leute klatschen und Klaus schreien: „Mann in gelb, Mann in gelb!!“. Der Weg vorbei an der Wechselzone war endlos lang aber das Gefühl gleich am Ziel zu sein trieb ein an.
Den Läufer dann gefunden und begrüßt übergaben wir unseren „Staffelstab“. Mein Part war beendet und Christian der Läufer übernahm. Mit über 5 Minuten Vorsprung lief er los und baute den Vorsprung weiter aus. Am Ende liefen wir überglücklich zu 3. mit einer Zeit von 08:03 Minuten durch das Ziel.  Mit über 17 Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierten, der Tagesbestzeit in allen Disziplinen und dem neuen Rekord in Moritzburg  konnten wir mehr als zufrieden sein. Mit der Radzeit kann ich mich in die ewige Bestenliste eintragen und halte damit den Rekord
Nach dem langen Warten auf die Siegerehrung wurden wir mit Kuchen, Sekt, Urkunden und finanziell entlohnt.
Fazit:
Eine ganz neue Erfahrung für mich. Hat auf jedenfall super viel Spaß gemacht mit den Jungs und nächstes Jahr dann unter 8 Minuten .